
Grundlagen energiesparenden Bauens. Warum energiesparendes Bauen?
Die Wohnhausbeheizung ist in Deutschland mit einem Anteil von rund 75 % am Endenergieverbrauch der Haushalte beteiligt. Dieser Anteil änderte sich in den letzten Jahren kaum. Erhebungen im Wohnhausbestand ergaben, dass der Heizenergieverbrauch in den alten Bundesländern etwa 210 kWh und in den neuen etwa 270 kWh je m2 Wohnfläche und Jahr beträgt.
Diesen Werten stehen bei Niedrigenergiehäusern entsprechende Verbräuche von etwa 35 bis 80 kWh/(m2 Jahr) gegenüber. Eine bautechnische Neuentwicklung, die so genannten Passiv- oder Niedrigstenergiehäuser, weisen sogar einen Endenergieverbrauch für Heizzwecke um 15 kWh/(m2 Jahr) auf - sie werden zur Zeit in den Markt eingeführt. Doch schon Niedrigenergiehäuser, deren Bautechniken ausgereift und auf alle Wohnhauskategorien anwendbar sind, tragen erheblich zur Schonung fossiler Energiereserven und zur Verringerung von CO2 -Emissionen bei.
Mit der Niedrigenergiebauweise kann der Heizwärmeverbrauch bei Neubauten auf weniger als ein Drittel des durchschnittlichen Verbrauchs im derzeitigen Wohnhausbestand verringert werden. Auch im Wohnhausbestand würde die Kopplung von Wärmeschutzmaßnahmen an ohnehin notwendige Instandhaltungsmaßnahmen eine weitgehende Senkung des Heizenergieverbrauchs bei wirtschaftlich vertretbaren Kosten ermöglichen. Grundlagen energiesparenden Bauens.pdf / 980 kbitUm die in den vergangenen Jahren gestiegenen Anforderungen an den Wärmeschutz der Gebäudehülle Õ2 zu erreichen, erhalten Konstruktionen mit einer zusätzlichen Wärmedämmschicht einen immer größeren Stellenwert im Bauwesen.
Die Wärmedämmwirkung der hierzu verwendeten Dämmstoffe beruht vor allem auf der geringen Wärmeleitfähigkeit von Luft, die so in den Poren eines Grundstoffes eingeschlossen ist, dass sie sich dort praktisch nicht mehr bewegen kann. Deshalb ist es möglich, Wärmedämmstoffe mit annähernd gleicher Wirksamkeit aus den unterschiedlichsten Grundstoffen herzustellen.
Den größten Marktanteil bei den Dämmstoffen haben Produkte aus Mineralfasern (58 %) und Polystyrolhartschaum (29 %, GDI-Statistik 1995). Durch das gestiegene Umweltbewusstsein der Bevölkerung gewinnen aber auch so genannte alternative oder ökologische Produkte wie Zellulose und Schafwolle zunehmend Marktanteile.
Der gesamte Marktanteil dieser Produkte beträgt etwa 5%. Dämmstoffe aus Zellulosefasern sind mit einem Anteil von unter 1% am Gesamtdämmstoffmarkt Marktführer der so genannten alternativen oder ökologischen Produkte.
Nach der Durchführung diverser Demonstrationsvorhaben sind inzwischen auch transparente Wärmedämmstoffe zur Wärmedämmung von massiven Außenwänden bzw. als transluzenter (durchscheinender) Ersatzstoff für Verglasungen marktreif verfügbar. Neben der wärmedämmenden Wirkung der im Material eingeschlossenen Luftporen ermöglichen die transparenten Wärmedämmstoffe auch die Nutzung der Sonneneinstrahlung zur Reduzierung des Heizwärmebedarfs.